So also kommt das Pferd in den Rahmen!

Die Sommerveranstaltung der Trakehnerfreunde Schweiz führte uns zu Andrea und Jodok Wicki-Mäder nach Ennetbaden. Als erstes begrüsst wurden wir aber vom eigentlichen Hausherrn: Distelzar schaute interessiert nach den ankommenden Besuchern.

Der Rundgang durch die Reitanlage führte uns auf den Geländeplatz mit ehrwürdigem Baumbestand und diversen „Spielmöglichkeiten“ zu Pferde. Wie uns Andrea versicherte, dürfen Distelzar und sein Sohn Polarzar auch ihr Geschick über den Hindernissen beweisen, und beide erledigen dies in schöner Manier sehr zur Freude ihrer Besitzerin.

In den Reihen der Trakehnerfreunde dürften sich diverse Gäste besonders auf diesen Tag gefreut haben. Ein Besuch bei Distelzar zu Hause! Unsere Präsidentin Petra Weibel hat dieses Jahr Fohlen von Disti im Stall, zusammen mit Ruth Hunkeler hat die ZG Peru zwei Stutfohlen gezogen. Charlotte und Willy Vogel freuten sich anno 2015 über die Geburt eines ganz besonderen Hengstfohlens von Distelzar: Es sollte sich zum gekörten und prämierten „Sir Picasso“ mausern.

 

Als erstes stellte uns Andrea Wicki-Mäder ihre Trakehner Erfolgspferde vor:

Elitehengst Distelzar geb. 1998 aus der Zucht des Gestüts Lindenhof am Berg, abstammend von Gribaldi aus der Distelgold von Arogno – Matador.



Polarzar geb. 2009 ebenfalls vom Gestüt Lindenhof am Berg und 2011 gekört in Neumünster. Inzwischen setzt er seine Karriere als Wallach fort, und ist erst 10jährig bereits erfolgreich in Dressurprüfungen auf Stufe St. Georg. Polarzar stammt ab von Distezlar aus der Padma von Sixtus – Fontainbleau.

Ein besonderer Herr machte den Abschluss: Inzwischen stolze 33 Jahre alt, geniesst Chantilly beste Pflege und viel Narrenfreiheit im Stall Wicki-Mäder. Dank seiner Weisheit und den vornehmen Manieren darf er sich frei auf dem Gelände bewegen und wir freuten uns über seinen Besuch beim abschliessenden Apéro unter den Bäumen. Auch Chantilly begann seine Karriere als gekörter Trakehner Hengst. Er stammt ab von Mackensen aus der Coeur-As von Herzbube – Loretto. Beim wem „klingelts“ nun…? Natürlich, Chantilly hat eine berühmte Vollschwester: Capri VI, die Mutter von Caprimond!

 

Der zweite Teil der Veranstaltung stand unter dem Motto „Wie kommt das Pferd in den Rahmen?“

Eva Jaeckle führte uns in die Kunst der Pferdemalerei ein. Am Beispiel eines Gemäldes von Distelzar konnten wir die verschiedenen Schritte vom ersten Treffen des Pferdes bis hin zum fertigen Kunstwerk kennen lernen. Wie lebensecht ihre Gemälde sind! Wir waren fasziniert, sie schafft es nicht nur die Form des Pferdes sondern auch seine Persönlichkeit auf die Leinwand zu bannen.

Distelzar stand nochmals Modell, und wir waren Zeuge wie in anderthalb Minuten aus einem leeren Blatt Papier und einigen Bleistiftstrichen ein Werk entstand das eindeutig Disti – wie wir ihn an diesem Tag erleben durften – wiedergegeben hat.

 

Ein weiteres besonderes Gemälde hatte uns Eva mitgebracht: Der grosse Tempelhüter.

Ihn konnte sie natürlich nie „live“ besuchen (für ein Gemälde kommt Eva bis zu 5 Mal vorbei um das Pferd in all seinen Facetten kennen zu lernen) – und Fotografien existieren nur in schwarz/weiss. Und doch wurde ihr von einem der ganz alten Trakehnerkenner, Dietrich v. Lenski, bestätigt: „Ja, so sei Tempelhüter gewesen. Auch die Farbe würde stimmen, ein schönes Braun“. Eine besondere Freude und Anerkennung für Eva Jaeckle, die den Trakehnern sehr verbunden ist.

 

Einen schönen Abschluss fand unsere Veranstaltung beim anschliessenden Apéro, offeriert von Andrea und Jodok Wiki-Mäder. Herzlichen Dank für die tolle Gastfreundschaft, und an Eva Jaeckle für die spannenden Einblicke!


Ab dem 29. Juni 2019 können Gemälde von Eva Jaeckle im Reitinstitut Egon v. Neindorff in Karlsruhe bewundert werden. Anlässlich des 70jährigen Bestehens des Reitistituts stellt sie „Motive aus dem Baden-Württembergischen Haupt- und Landgestüt Marbach“ aus:

Eröffnung am Samstag, 29. Juni 2019 um 18:30 Uhr
im Rahmen des Jubiläums „70 Jahre Reitinstitut v. Neindorff-Stiftung und 30 Jahre Förderverein“
Ab 17 Uhr Reitvorführungen und Vortrag

Adresse: Nancystr.1, 76187 Karlsruhe
Tel. 0049 – 721 – 74770

Die Ausstellung dauert vom 29. Juni bis 18. August 2019